FAQ – Kalibrierung und Messtechnik
Vorschriften und Regelungen in der Metrologie
Welche gesetzlichen Regelungen gelten in der Metrologie?
Jedes Land regelt den rechtlichen Status der Metrologie durch eigene Gesetze. Die gesetzlichen Vorschriften unterscheiden sich von Land zu Land. Bestimmte Messungen sind von so großer Bedeutung, dass nur Messgeräte verwendet werden dürfen, die spezifische Anforderungen erfüllen. Welche Messungen dies betrifft und welche technischen Anforderungen zu erfüllen sind, ist in der jeweiligen nationalen Gesetzgebung festgelegt. In der Regel handelt es sich um Messgeräte für Strom-, Gas- und Wasserverbrauch sowie verschiedene Abrechnungsmessgeräte. Entsprechende Informationen finden Sie in der Regel auf der Website des nationalen Metrologieinstituts. Diese Messgeräte werden auch als gesetzlich geregelte Messgeräte bezeichnet.
Ist die Liste der gesetzlich geregelten Messgeräte in allen Ländern identisch?
Nein. Eine Messung, die in einem Land ein gesetzlich geregeltes Messgerät erfordert, kann in einem anderen Land nicht reguliert sein.
Welche Anforderungen müssen gesetzlich geregelte Messgeräte erfüllen?
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des nationalen Metrologieinstituts oder direkt bei dessen Mitarbeitern. In der Regel sind eine Bauartzulassung für die jeweilige Anwendung sowie eine regelmäßige Eichung des Messgeräts erforderlich. Gesetzlich geregelte Messgeräte werden geeicht, andere Messgeräte werden kalibriert. ACHTUNG – Diese Terminologie kann in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein! Das Bauartzulassungsverfahren ist sehr zeitaufwendig und kostspielig.
Ich besitze ein in meinem Land zugelassenes gesetzlich geregeltes Messgerät. Kann ich es in einem anderen Land verwenden?
Nicht ohne Weiteres. Klären Sie diese Frage mit dem zuständigen nationalen Metrologieinstitut. Es ist möglich, dass das Messgerät in dem betreffenden Land anerkannt wird – dies hängt maßgeblich von den eingereichten Unterlagen ab. Es kann jedoch auch sein, dass das lokale Metrologieinstitut das gesamte Zulassungsverfahren erneut verlangt.
Was ist der Unterschied zwischen der Eichung gesetzlich geregelter Messgeräte und der Kalibrierung anderer Messgeräte?
Die Kalibrierung von Messgeräten erfolgt gemäß der Norm EN 17025 sowie den gängigen Praktiken und Regeln der Metrologie. Ein Kalibrierzertifikat, das alle Anforderungen einschließlich des Nachweises der Rückführbarkeit der Normale enthält, ist in der Regel ein international anerkanntes Dokument. Die Eichung gesetzlich geregelter Messgeräte erfolgt nach spezifischen Vorschriften, hauptsächlich auf Basis anwendungsbezogener Normen.
Verfügen einige COMET-Produkte über eine Bauartzulassung?
Ja, einige COMET-Geräte der Baureihen Datalogger R/S und T-PRINT sind für die Lagerung und den Vertrieb von Tiefkühlkost zugelassen. TÜV-Zertifikate sind auf www.cometsystem.com verfügbar.
Kalibrierzertifikate
Wird die COMET-Kalibrierung gemäß der Norm EN 17025 durchgeführt?
Diese Norm enthält umfassende Anforderungen an Kalibrierlaboratorien; COMET System erfüllt davon nur einen Teil. COMET ist nicht nach EN 17025 akkreditiert. Die Kalibrierzertifikate entsprechen lediglich den formalen Anforderungen dieser Norm.
Werden COMET-Produkte mit Kalibrierzertifikaten geliefert?
Ja, Endprodukte werden mit Kalibrierzertifikaten geliefert. Für Einzelkomponenten (z. B. Temperatursonden) werden keine Kalibrierzertifikate ausgestellt. Wird ein Gerät zusammen mit Sonden bestellt und geht aus der Bestellung hervor, welche Kanäle mit den Sonden verbunden sind, erfolgt die Kalibrierung mit diesen Sonden. Die Kalibrierung physikalischer Größen deckt nicht den gesamten Messbereich des Geräts ab. Beispiele für Kalibrierzertifikate finden Sie unter: http://www.cometsystem.cz/support/calibration. Sollte dieses Kalibrierzertifikat Ihren Anforderungen nicht genügen, kann ein Kalibrierzertifikat eines akkreditierten Kalibrierlabors geliefert werden. COMET System s.r.o. ist kein akkreditiertes Kalibrierlabor.
Benötige ich ein Kalibrierzertifikat eines akkreditierten Kalibrierlabors?
Ein akkreditiertes Kalibrierlabor ist ein unabhängiges Labor, das festgelegte Anforderungen erfüllt und dauerhaft überwacht wird. In bestimmten Bereichen dürfen nur Produkte mit AKL-Kalibrierzertifikaten eingesetzt werden (z. B. Automobilindustrie, Gesundheitswesen). Dies hängt von der Anwendung des Messgeräts, den gesetzlichen Vorschriften oder internen Regelungen Ihres Unternehmens ab – insbesondere wenn die Anzahl der Kalibrierpunkte von COMET nicht ausreichend ist.
Kann auf dem Kalibrierzertifikat ein Ablaufdatum angegeben sein?
Ein Kalibrierzertifikat beschreibt die Eigenschaften des Geräts zum Zeitpunkt der Kalibrierung und trifft keine Aussage über das zukünftige Messverhalten. In der Norm EN 17025, Abschnitt 5.10.4.4, ist festgelegt: Ein Kalibrierzertifikat (oder Kalibrieretikett) darf keine Empfehlung zum Kalibrierintervall enthalten, es sei denn, dies wurde mit dem Kunden vereinbart. Diese Anforderung kann durch gesetzliche Vorschriften außer Kraft gesetzt werden. COMET System gibt auf seinen Kalibrierzertifikaten kein Ablaufdatum an.
Wie wird das Kalibrierintervall eines Messgeräts festgelegt?
Das Kalibrierintervall wird vom Betreiber des Messgeräts festgelegt. Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Gesetzliche Anforderungen und interne Unternehmensvorschriften
- Herstellerempfehlungen gemäß Gerätedokumentation. Sofern keine anderen Angaben vorliegen, empfehlen wir folgende Kalibrierintervalle:
Temperatur: 2 Jahre
Relative Luftfeuchtigkeit: 1 Jahr
Luftdruck: 1 Jahr
CO₂: 5 Jahre
- Erforderliche Messgenauigkeit (wenn die Gerätegenauigkeit ±0,4 °C bei einem Kalibrierintervall von 2 Jahren beträgt und eine Genauigkeit von ±1 °C ausreicht, kann das Intervall in der Regel verlängert werden)
- Trends aus früheren Kalibrierungen. Bleibt das Messgerät über mehrere Kalibrierungen deutlich unterhalb der zulässigen Grenze, kann das Intervall verlängert werden. Bei ungünstigen Trends muss das Intervall verkürzt werden. Wiederholte Verkürzungen deuten darauf hin, dass das Gerät für die jeweilige Anwendung ungeeignet ist.
- Betriebsbedingungen, Nutzungsintensität, Serviceniveau sowie Risiken im Zusammenhang mit einer Überschreitung der Messgenauigkeit
Ist eine Vor-Ort-Kalibrierung des Messgeräts möglich?
Ja, dies ist möglich, muss jedoch mit dem zuständigen lokalen Kalibrierlabor abgestimmt werden. Vorteile: In der Regel ist keine Abschaltung der Anlage erforderlich, und die Kalibrierung beschreibt den Messzustand unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen genauer. Nachteile: Höhere Messunsicherheit als im Labor, oft begrenzter Kalibrierbereich und generell höhere Kosten (Anreise mit Spezialausrüstung erforderlich).
Wie ist der Begriff „Genauigkeit" bei COMET-Produkten zu verstehen?
COMET System verwendet das klassische Genauigkeitsmodell. Misst ein Thermometer beispielsweise +23 °C mit einer Genauigkeit von ±0,4 °C, liegt die tatsächliche Temperatur im Bereich (22,6 bis 23,4) °C bei gleichmäßiger Wahrscheinlichkeitsverteilung.
Was bedeutet der Begriff „Unsicherheit" auf dem Kalibrierzertifikat?
Dieser Begriff bezeichnet die Kalibrierunsicherheit – nicht den Messfehler oder die Messunsicherheit des Geräts. Die Kalibrierqualität hängt von mehreren unabhängigen Faktoren mit unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeiten ab (Wiederholbarkeit, Unsicherheit der Normale, Temperaturhomogenität in den Kammern, Auflösung der Messgeräte, parasitäre Temperaturabhängigkeiten usw.). Diese Einflüsse werden mittels statistischer Methoden quantifiziert und in der resultierenden Unsicherheit zusammengefasst, die auf dem Kalibrierzertifikat angegeben wird.
Wie sind die Ergebnisse auf dem Kalibrierzertifikat zu bewerten?
Kalibrierzertifikate können unterschiedlich aufgebaut sein. COMET System gibt stets Tabellen der gemessenen Werte mit zugehörigen Unsicherheiten an. Grundsätzlich gilt: Überschreitet der Messfehler zuzüglich der Unsicherheit nicht die Gerätespezifikation, ist dies eine Konformitätsaussage. Liegt der Messfehler innerhalb der Spezifikation, überschreitet jedoch unter Berücksichtigung der Unsicherheit die Grenze, lautet die Aussage „Konformität oder Nichtkonformität nicht bestimmbar". In allen anderen Fällen liegt eine Überschreitung der Spezifikation vor; ein Kalibrierzertifikat kann nicht ausgestellt und das Gerät nicht versandt werden. Überschreitet der Messfehler die Spezifikation nicht, liegt jedoch unter Berücksichtigung der Unsicherheit außerhalb der Grenze, wird das Kalibrierzertifikat ausgestellt und das Gerät versandt, sofern die Abweichung so gering ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Gerät innerhalb seiner Spezifikation misst, größer als 95 % ist.
Was ist das Dokument EA4/02 und wo ist es erhältlich?
Dieses Dokument beschreibt die Methodik zur Berechnung der Unsicherheit bei Kalibrierungen. Es kann hier heruntergeladen werden: http://www.european-accreditation.org/publication/ea-4-02-m
Ich habe ein separates Kalibrierzertifikat für das Gerät und eines für die Sonde. Kann dies als Kalibrierzertifikat für die gesamte Messkette angesehen werden?
Nein, separate Kalibrierzertifikate für einzelne Komponenten ergeben grundsätzlich keine Kalibrierung des Gesamtsystems. Insbesondere bei kritischen Anwendungen (z. B. Blutbanken) ist dies nicht zulässig. Es ist stets eine Kalibrierung der gesamten Messkette als Einheit erforderlich. Ein Kalibrierzertifikat hat seinen vollen Wert, wenn es die Beziehung zwischen dem gemessenen Wert und dem vom Kunden verwendeten Anzeigewert beschreibt. Bei einer Aufteilung der Kette in mehrere Teile kann das Ergebnis niemals denselben Aussagewert erreichen. In manchen Fällen kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass kein Problem auftritt (z. B. Datenlogger mit 4–20-mA-Sensoren – der Messfehler des Loggers ist im Vergleich zum Messfehler des Temperatursensors nahezu vernachlässigbar); bei anderen Geräten ist dies jedoch nicht akzeptabel.
Ist das COMET-Kalibrierzertifikat in anderen Ländern gültig (z. B. NIST-konform)?
Ja, auf Basis des CIPM-MRA-Abkommens von 1999 ist die Tschechische Republik (vertreten durch das CMI) diesem Abkommen beigetreten. Auf das CMI rückführbare Kalibrierzertifikate werden in anderen Ländern anerkannt, einschließlich NIST. Weitere Informationen finden Sie auf www.bipm.org.
Kann ich von COMET einen Nachweis der metrologischen Rückführbarkeit der verwendeten Normale verlangen?
Auf jedem Kalibrierzertifikat ist vermerkt, dass COMET die metrologische Rückführbarkeit seiner Normale sichergestellt hat, was mit Unterschrift bestätigt wird. Sollte Ihnen dies nicht ausreichen, können Sie die Kalibrierzertifikate unserer Normale anfordern. Dies ist eine Sonderleistung und kostenpflichtig. Nicht alle diese Zertifikate sind auf Englisch verfügbar.
Was ist der Unterschied zwischen „Kalibrierung" und „Validierung"?
Ziel der Kalibrierung ist eine möglichst genaue Beschreibung des Geräteverhaltens; Ziel der Validierung ist eine schnelle und kostengünstige Überprüfung, ob das Gerät korrekt misst. Die Validierung erfolgt in der Regel zwischen den planmäßigen Kalibrierungen.
Thermometer – Kalibrierung und Messgenauigkeit
Auswahl einer Sonde zur Temperaturmessung in Kühl- und Gefriergeräten.
Für diese Zwecke werden häufig Pt1000TG8-Sonden mit unterschiedlichen Fühlerschaftlängen verwendet. Das Sondenkabel sollte so kurz wie möglich sein. Bei Anschluss der Sonde an einen Übertrager mit einer anderen Schnittstelle (Stromschleife, RS485, Ethernet) beträgt die übliche maximale Kabellänge 2 m.
In manchen Fällen ist eine Flüssigkeitstemperaturmessung erforderlich (z. B. in Blutbanken). Dabei wird die Sonde in der Regel in einen Kochsalzbeutel eingesetzt. Bei Kabelsonden darf der Übergang Sonde/Kabel nicht in die Flüssigkeit eingetaucht werden, da die Sonde sonst schnell beschädigt wird. In diesem Fall ist eine Sonde mit längerem Metallschaft zu verwenden.
In Kühl- und Gefriergeräten treten erhebliche Temperaturschwankungen und großräumige Temperaturgradienten auf. Manchmal ist es erforderlich, die Ansprechzeit der Sonde deutlich zu erhöhen. Dies kann beispielsweise durch ein Metallschutzrohr erreicht werden (dabei auf die Ausrichtung achten, um Kondensatwasser ablaufen zu lassen).
Probleme bei der Kalibrierung von Kabelsonden.
Bei der Kalibrierung in Flüssigkeiten ist eine ausreichende Eintauchtiefe der Sonde erforderlich, um den Einfluss der Wärmeableitung durch das Kabel zu vermeiden. Gleichzeitig darf der Übergang Sonde/Kabel nicht dauerhaft in die Flüssigkeit eingetaucht werden. Gelegentlich wird die Sonde in ein geeignetes Schutzrohr oder z. B. in einen Latexhandschuh eingeführt.
Ich habe Probleme mit den Kalibrierergebnissen eines Datenloggers mit internen Temperatursensoren.
Für eine korrekte Kalibrierung von R/S-Datenloggern sind mehr Zeit und die richtige Vorgehensweise erforderlich. Dafür steht ein detailliertes Kalibrierhandbuch zur Verfügung, das auf Anfrage zugesandt wird. Bei Verwendung anderer Methoden können größere Kalibrierungsfehler auftreten.
Probleme bei der Kalibrierung von Thermoelementsonden.
Bei Langzeitmessungen mit Thermoelementen bei hohen Temperaturen (z. B. 1200 °C) können chemische Veränderungen des Materials die Messgenauigkeit und die Lebensdauer des Thermoelements beeinflussen. Für solche Anwendungen empfiehlt es sich, zunächst mit häufigeren Kalibrierungen Erfahrungen zu sammeln und das Kalibrierintervall entsprechend festzulegen.
Das Auswertegerät enthält in der Regel ein Thermometer zur Messung der Kaltstellentemperatur. Daher muss das Gerät an einem Ort mit minimalen Umgebungstemperaturschwankungen installiert werden (nicht in einem Luftstrom, z. B. aus einer Klimaanlage).
Feuchtigkeitsmessgeräte – Kalibrierung und Messgenauigkeit
Probleme bei der Feuchtigkeitsmessung in Kühl- und Gefriergeräten.
Bei der Installation eines Hygrometers an einem Ort mit häufigen Temperaturschwankungen (z. B. durch Ein- und Ausschalten des Kühlkompressors) kann es vorkommen, dass die relative Luftfeuchtigkeit nahezu den gesamten Messbereich durchläuft (z. B. 10–100 % rF). Dies ist ein physikalischer Effekt – kein Messfehler, sondern Folge eines ungeeigneten Kühlsystems.
Das Gerät misst die Luftfeuchtigkeit nicht korrekt. Was ist zu tun?
Sie können das Gerät zur Reparatur einsenden oder die Justierung selbst vornehmen. Dafür benötigen Sie geeignetes Equipment sowie das Justierhandbuch (auf Anfrage erhältlich). Stellen Sie bei einer Justierung der relativen Luftfeuchtigkeit zunächst sicher, dass das Gerät die Temperatur korrekt misst. Eine fehlerhafte Temperaturmessung führt zu einer falschen Feuchtigkeitsjustierung. Führen Sie außerdem eine Sichtprüfung durch. Bei mechanischen oder chemischen Schäden am Übertrager oder den Sensoren senden Sie das Gerät bitte zur Reparatur ein.
Das Gerät misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit korrekt, die berechneten Feuchtewerte sind jedoch falsch. Was ist zu tun?
Überprüfen Sie, ob die im Gerät eingestellte Umgebungsdruckeinstellung der Realität entspricht (TSensor SW verwenden).
Andere Geräte – Kalibrierung und Messgenauigkeit
Das Gerät misst die CO₂-Konzentration nicht korrekt. Was ist zu tun?
Überprüfen Sie zunächst, ob die im Gerät eingestellte Druckeinstellung (oder Höhe über dem Meeresspiegel) der Realität entspricht (TSensor SW verwenden). Die korrekte Einstellung hat einen erheblichen Einfluss auf den gemessenen Wert.
